Ein Projekt von / A project by
Bernhard Thiessen

„Vernetzt und verbandelt“

Eine Ausstellung über die Mennoniten in der SBZ und der DDR von 1945 bis 1990

Sie kamen als Flüchtlinge am Ende des Zweiten Weltkrieges aus Ost- und Westpreußen, einige auch aus Russland. 2.000 Mennoniten sollen es etwa gewesen sein, die zumindest eine Zeit lang auf dem Gebiet der späteren DDR wohnten. Viele flohen bis in die späten 1950er Jahre weiter über Westdeutschland nach Amerika.

Nach dem Bau der Mauer (13. August 1961) änderte sich das Leben in der DDR noch einmal drastisch. Nun waren keine Grenzübertritte mehr möglich. Etwa 350 bis 450 der verbliebenen Mennoniten schlossen sich der neu gegründeten „Mennonitengemeinde in der DDR“ an.

Immer wieder kamen Gruppen und Einzelpersonen aus dem Westen in die DDR und besuchten die Geschwister in Ostberlin im Hause des Ehepaares Berta und Walter Jantzen, der die Gemeinde leitete. Manche blieben sogar einige Monate in der DDR oder studierten dort.

Wichtig war der Kontakt zu den Geschwistern weltweit, so konnte mennonitische Identität in begrenztem Umfang in der sozialistischen und antireligiösen Umgebung gelebt werden. Nach dem Fall bzw. Niederringen der Mauer durch die friedliche Revolution (9. November 1989) schloss sich die „Mennonitengemeinde in der DDR“ wieder der Berliner Mennonitengemeinde (West) an.

Jungen beim Auspacken von mennonitischen CRALOG-Paketen 1947 / Boys unpacking Mennonite CRALOG packages 1947, Foto: Archiv Ev. Landeskirche der Pfalz
Menno-Heim, Berlin / Menno-Home, Berlin, Grafik: BMG
Ringstraße 107, Berlin Ende 1940er, Foto: BMG
Bausoldaten, beim Lesen religiöser Literatur / Construction soldiers reading religious literature, Foto: Berndt Püschel
Mobile Dosenmaschine, USA / Mobile can machine, USA, Foto: MCC Akron, Pa, USA
Grenzgebiet / Frontier zone, Foto: privat

Eine Ausstellung in vier Stationen

• 1945 bis 1953
• 1953 bis 13. August 1961
• 13. August 1961 bis 1980
• 1980 bis 1990

Gemeinden

Die Ausstellung zeigt die sehr unterschiedlichen Phasen der Gemeindeentwicklung. Diese werden dargestellt durch Roll-Ups und Tafeln mit Hintergrundinformationen, vielen persönlichen Geschichten, einer Übersicht über die Kommunikationswege zum versuchten Verbot der Mennoniten in der DDR Anfang der 1950er Jahre, mit Originalexponaten (z. B. den Küchenbänken aus dem Menno-Heim, einem Blechspind oder der Uniform eines Mennoniten oder Kartons von Hilfslieferungen amerikanischer Hilfswerke aus den 1950er Jahren).

Versammlungsorte

Die Versammlungsorte der Mennoniten werden anhand einer großen DDR-Schulwandkarte ersichtlich und viele andere Exponate geben Einblick in das Leben eines Mennoniten in der DDR. Auch gibt eine Hörstation den Klang der Radiosendungen wieder, die aus dem Westen (vom RIAS Berlin und aus der Schweiz von der mennonitischen Radiomission) die Geschwister im Osten erreichten.

Friedenskirche

Thematisiert wird in der Ausstellung ebenfalls die wichtige Frage, was geschah, als die historische Friedenskirche der Mennoniten auf den „Friedensstaat“ der DDR traf. Anpassung oder Widerstand? Von welchem Frieden reden wir?

Die Wanderausstellung umfasst etwa 130 bis 150 qm Fläche und wird jeweils für einige Tage bis Wochen in unterschiedlichen Regionen zu sehen sein.

Ausstellungsorte

Den ersten kleinen Vorgeschmack gab es auf der 2. Global Mennonite Peacebuilding Conference and Festival in Elspeet / Niederlande vom 27. bis 30. Juni 2019.

Durch die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus wurden etliche geplante Termine hinfällig. Auch jetzige Planungen stehen unter dem Vorbehalt der dann jeweils gültigen Bestimmungen.

Am Samstag, dem 23. Mai, wird im Rahmen des Virtuellen Gemeindetages der AMG um 20.10 Uhr eine virtuelle Eröffnung (Vernissage) der Ausstellung mit Kurzfilm und Gespräch stattfinden. Der Gemeindetag der AMG mit Ausstellung soll jetzt vom 03. bis 06. Juni 2021 ebenfalls auf dem Weierhof durchgeführt werden.

Die erweiterte Ausstellung wird nun zum ersten Mal in der Mennonitenkirche in Hamburg-Altona vom 03. bis 12. Oktober 2020 gezeigt. Für den 03. Oktober ist die offizielle Eröffnung mit Buchpräsentation geplant. Weitere Präsentationen wird es in der Schweiz, in Amsterdam, in Berlin und in Winnipeg, Kanada, voraussichtlich erst 2021 geben.

Veranstaltungen

Begleitet wird die Ausstellung von verschiedenen Vorträgen und Podiumsveranstaltungen. Die Ausstellung wird im Auftrag des Mennonitischen Geschichtsvereins (MGV) erarbeitet und von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur“ sowie privaten Stiftungen gefördert.

Kommende Veranstaltungen sind dem Veranstaltungskalender der Website zu entnehmen.
Dokumentationen der vergangenen Veranstaltungen finden Sie hier.

Bernhard Thiessen

Bernhard Thiessen (Jg. 1957) ist Theologe und hat in den Mennonitengemeinden Hamburg und Berlin (dabei auch zuständig für die Mennoniten in den neuen Bundesländern) als Pastor gearbeitet. Gerne möchte er Kontakt aufnehmen zu Menschen, die Erlebnisse in oder mit der DDR hatten, sei es als Flüchtling oder als kirchliche Mitarbeiter*innen oder in Kontakt mit Verwandten. Bitte informieren Sie Bernhard Thiessen über das Kontaktformular.

Die nächsten Stationen der Ausstellung
Kommende Veranstaltungen

The next stations of exhibition
Next events

03. – 12. Oktober 2020

Mennonitengemeinde zu Hamburg und Altona

Mennonitenstr. 20 · 22769 Hamburg

Für den 03. Oktober ist die Eröffnung der Ausstellung mit Präsentation des Buches zur Ausstellung geplant.

Kontaktanfrage

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Im Auftrag vom / On behalf of:
Mennonitischer Geschichtsverein

Unterstützt von / Supported by:
Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

und privaten Stiftungen / and private foundations

In Zusammenarbeit mit / In collaboration with:
derArbeitsstelle Theologie der Friedenskirchen an der Universität Hamburg und der Vrije Universiteit Amsterdam